Der nagelneue, knallrote Ferrari

Wir kennen Ihn alle. Nennen wir ihn „Bronco“.
Bronco arbeitet jeden Tag hart und viel für seinen Traum.
Einen nagelneuen und knallroten Ferrari.

Wir wissen alle, dass es einiges an Zeit und Fleiß benötigt, um diesen Wagen am Ende in unserer Einfahrt stehen zu haben.
Bronco verdient auch recht gut. Manager in einer PR-Agentur.

Bronco hat inzwischen 5 Jahre geschuftet und geackert.
Es ist soweit, der Tag der Tage. Er fährt zum Händler seines Vertrauens und da steht er.
BOAH…was ein Teil! Das Rot, der Hammer.

Schlüssel übernehmen, einsteigen und…….da röhrt er. Dieser Sound! Der ganze Wagen bebt. Und auch Broncos Körper.
Er fährt vom Hof. Raus in die Stadt. Gesehen und gesehen werden. Der Wagen will schließlich demonstriert werden.

Das macht auch ordentlich Spaß.

Wie lange? 1 Woche? 2 Wochen? 1 Monat? 6 Monate?

Bronco gibt es wirklich…
Er war einer meiner Klienten.

Es waren auf den Punkt 7 Monate und 4 Tage.

Dann hat ihn das Burnout erwischt.
Aus den psychischen Problemen, entsprangen schnell körperliche Symptome.
Der komplette Körper und Broncos Verstand waren an einem absoluten Tiefpunkt.

Er hat es überhaupt nicht verstanden. Er hat doch alles, was er je haben wollte.
Eine Familie, ein tolles Haus. Den nagelneuen, knallroten Ferrari.

Sein Hausarzt hat ihm eine Therapie angeraten, der er auch folgte. Zwar schwermütig, denn sich diese Diagnose einzugestehen und
dann noch als Mann, kommt ziemlich schwach rüber. Und ein Mann zeigt doch keine Schwäche.
„Sagt unsere Gesellschaft. Haben schon unsere Eltern immer gesagt.“

An dieser Stelle sei gesagt: Coaching ersetzt keine Therapie. Es sind zwei unterschiedliche Gebiete.

Und so legte ihm der Therapeut einen Coach ans Herz. Denn eins wurde klar: Bronco hatte alles. Doch von allem die falsche Dosis.

Er hatte eine Familie. Diese hat er 5 Jahre vernachlässigt, weil er seinem „materiellem“ Traum hinterhergerannt ist.
Sie haben sich kaum gesehen. Lebten sich auseinander. Es kam immer häufiger zum Streit.
Er hatte ein Haus. Allerdings kaum Zeit, sich um den Garten zu kümmern. Ihn mit der Familie und für sich selbst zu genießen.
Er hatte diesen nagelneuen, knallroten Ferrari. BOAH…was ein Teil. Doch glücklich gemacht, das hat der Wagen ihn nicht.

„Materielle Dinge schenken uns nur für einen kurzen Moment oder für 7 Monate und 4 Tage ein unglaublich heißes Gefühl.“
Dann verpufft alles schneller, als uns lieb ist.

Wir rennen heutzutage einfach den falschen Zielen hinterher.
„Wer werden wir, wie glücklich werden wir, wenn wir wie in Broncos Fall, diese 5 Jahre in unsere Gesundheit, unsere Familie und Freunde stecken.“

Es tut weh, wenn wir nach 5 Jahren merken, dass wir unsere wertvolle Zeit auf das falsche Pferd gesetzt haben.

Glück d.h. glücklich sein, bekommen wir durch Grundbedürfnisse.
Liebe, Zeit mit der Familie, Quatschen mit Freunden, Erlebnisse im Urlaub. Gesund sein, sich schmerzfrei bewegen.
Und natürlich auch die Selbsterfüllung.

Frag Dich selbst, nimm Dir ein paar Minuten.
1. Was macht Dich glücklich?
2. Wofür brennst Du?
3. Was gibt Dir täglich Energie, anstatt sie Dir zu nehmen?
4. Was kannst Du jeden Tag mit Begeisterung machen?
5. Welche Bereiche fallen Dir super leicht?
6. Welche Themen interessieren Dich oder welche Bücher verschlingst Du im Nu?
7. Bei welchen Themen strahlen Deine Augen, wenn Du an sie denkst oder Du anderen davon erzählst?

Das war ein kleiner Teil, den ich mit Bronco durchgegangen bin.

Bronco ist heute selbstständig. Er designt Homepages für Unternehmen und Selbstständige. Zudem schreibt er die Texte.
Denn Bronco hat schon immer gerne Geschichten geschrieben. Und er liebt es kreativ zu sein und ist absolut technik-afin.

Das Schöne ist, er arbeitet von Zuhause aus. Hat jetzt mehr Zeit mit seiner Familie und sitzt mit seinem Laptop im Garten.

Es war ein langer Weg und er war steinig. Der Wechsel vom angestellten Manager zum Selbstständigen braucht seine Zeit.
Doch für Bronco war keine Hürde zu hoch. Denn es hat ihn glücklich gemacht. Und das hat ihn angetrieben. Tag für Tag.

Den nicht-mehr-ganz-so-nagelneuen, knallroten Ferrari hat er immer noch.

Denn für ihn war er ein Geschenk. Er hat ihn aufgeweckt. Er erinnert ihn jeden Tag, was für ihn wirklich wichtig ist im Leben.

Was ihn langfristig…glücklich macht.

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